Yoga spielt in der Begleitung von Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes bislang kaum eine Rolle – obwohl Bewegung als zentraler Therapiebaustein gilt und der Bedarf an alltagstauglichen, niedrigschwelligen Ansätzen hoch ist. Dieser Vortrag greift diese Lücke auf und stellt Yoga als bislang unterschätzten Regulationsansatz vor. Ausgehend von aktuellen Studien mit sehr unterschiedlichen Yoga-Programmen – bei noch unklar definierten Kernelementen – wird ein integratives Wirkmodell entwickelt: Wie beeinflusst Yoga den Stoffwechsel sowohl über körperliche Prozesse (Bottom-up) als auch über mentale und emotionale Regulation (Top-down)? Ergänzt durch praktische Erfahrungen wird aufgezeigt, warum Frequenz und Alltagstauglichkeit entscheidend sind – und wie kurze, strukturierte „Yoga-Snacks“ hier wirksam ansetzen können.
Anja Orttmann-Heuser ist Apothekerin, Ernährungswissenschaftlerin (M.Sc.), Heilpraktikerin und Yogatherapeutin (DeGYT). Sie verbindet medizinisches Stoffwechselwissen mit den Möglichkeiten der Yogatherapie als komplementärer Ansatz. Ihr Schwerpunkt liegt auf Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes sowie der Frage, wie Yoga gezielt zur Stoffwechselregulation eingesetzt werden kann. Im Zentrum ihrer Arbeit steht Insulin als Schlüsselhormon des Energiestoffwechsels. Sie zeigt, wie Muskelaktivität, Nervensystem, Atmung und Lebensstil zusammenwirken und wie Yoga therapeutisch sowohl Bottom-up als auch Top-down ansetzt. Sie ist Autorin des Buches „Yoga bei Diabetes“ und engagiert sich im fachlichen Austausch, u. a. im Kontext der Deutsche Diabetes Gesellschaft, um Yogatherapie als anschlussfähigen Bestandteil integrativer Versorgung zu positionieren.
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