Zertifizierung Yogatherapeuten (gültig seit dem 01.01.2026)

Voraussetzung für die Zertifizierung: aktive DeGYT-Mitgliedschaft

Prozedere
1. Antrag mit folgenden einzureichenden Papieren

  • Vollständig ausgefülltes Antragsformular (jetzt besonders wichtig: nicht nur die Gesamtstunden, sondern die Aufteilung der Stunden in die verschiedenen Fachgebiete)
  • Nachweise für Yogalehrausbildung, Yogatherapieausbildung und Abschlussprüfung
  • Unterschriebenes Ethikformular
  • Mindestens 3 Falldokumentationen nach dem Schema im Beispiel – bitte nicht handschriftlich
  • Zahlungsbeleg der Zertifizierungsgebühr (200 €)
  • Bankverbindung: Kreissparkasse Ludwigsburg | Deutsche Gesellschaft für Yogatherapie-DeGYT e.V. | IBAN: DE54 6045 0050 0030 1388 18 | BIC: SOLADES1LBG

Wir bitten um Verständnis, dass wir ausschließlich digitale Anträge annehmen können. Bitte sendet alle Papiere deutlich beschriftet im Pdf- oder Jpg Format (max. 10 MB).

2. Prüfung durch DeGYT

Weg A
Ausbildung in DeGYT-anerkanntem Institut und Lehrgang
➜ reduzierte Gebühr gemäß Gebührenordnung

Weg B
Ausbildung erfolgte vor der Zertifizierung der Lehrgänge
➜ Einzelfallprüfung mit voller Gebühr

Weg C
Ausbildung erfolgte in einem Institut, das nicht DeGYT zertifiziert ist
➜ Einzelfallprüfung mit voller Gebühr

 

Kriterien der Prüfung

Yogalehrausbildung

  • Minimum 500 UE (eine in sich abgeschlossene, inhaltlich aufeinander aufbauende Ausbildung mit Abschluss muss bis zum Abschluss der Yogatherapie-Ausbildung nachgewiesen werden)
  • Inhalte müssen Quelltexte mit deren Yogakonzepten, yogische Lebensführung, differenzierte Kenntnis von asana, pranayama, kriya, Entspannungstechniken, Meditation, medizinische Grundlagen umfassen
  • Erfahrungen im Gruppen- und gelegentlichem Einzelunterricht

Yogatherapieausbildung

  • Minimum 300 UE für Basic Level, es dürfen einzelne Bereiche aus dem Gesamtspektrum fehlen.
  • Mindestens 500 UE für Expert Level, alle Bereiche müssen umfassend unterrichtet sein.
  • Je als in sich abgeschlossene, inhaltlich aufeinander aufbauende Ausbildung mit Abschluss
  • Abschlussprüfungen: für Basic Level schulintern, für Expert Level DeGYT-Prüfer

    Inhalte der Ausbildung

       
      1. Grundlagen therapeutischer Arbeit

      • Verständnis der therapeutischen Beziehung
      • Therapeutische Ethik
      • Gesprächsführung / Anamneseerhebung / Kommunikation
      • Umgang mit chronisch kranken und unheilbar kranken Menschen
      • Erlernen kritischer Reflexion von Therapiesitzungen / Supervisionstechniken
      • Dokumentation

      2. Yogatherapie

      • Geschichte und Herkunft der Yogatherapie, klassische Quellen
      • Konzepte des Yoga von Gesundheit und Krankheit
      • Wirkung von Yoga und Yogatechniken bei Gesunden und Kranken
      • Leidbewältigung als zentrales Element der Yogatherapie
      • Elemente / Techniken des Yoga in ihrer besonderen Rolle für die therapeutische Arbeit
      • Individualisierungsmethoden der Yogatechniken (āsana, prāṇāyāma, Meditation, Mantra, Entspannung)
      • Diagnostik in der Yogatherapie
      • Indikationen und Kontraindikationen für Yoga und seine einzelnen Techniken
      • Rolle der Yogatherapie in Kooperation mit anderen therapeutischen Methoden
      • Rechtliche Aspekte der Yogatherapie

      3. Medizinische Kenntnisse

        3.1 Allgemein

        • Konzepte von Gesundheit und Krankheit aus verschiedenen medizinischen Systemen
        • Stress und Stressbewältigung
        • Schmerzentstehung und Chronifizierung

        3.2 Spezielle Fachgebiete
        Für alle in der Folge genannten Bereiche sollten sowohl die Indikationen als auch die Kontraindikationen der speziellen Yogaansätze sowie der Yogatechniken immer im Zusammenhang mit den entsprechenden Krankheitsbildern unterrichtet werden. Für die korrekte Auswahl der Techniken sind Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre der verschiedenen Gebiete und der Erkrankungen zu lehren:

        • Orthopädie / Rheumatologie
        • Gynäkologie
        • Innere Medizin
          • Kardiovaskuläres System
          • Respiratorisches System
          • Gastrointestinales System
          • Urogenitalsystem
          • Dermatologie
          • Immunologie
          • Onkologie / Palliativmedizin
          • Neurologie
        • Psychische Erkrankungen
        • Altersmedizin

        3.3 Erläuterungen der Fachgebiete

           

          Orthopädie / Rheumatologie

          • Regionale Erkrankungen wie Rückenschmerzen, Skoliose, Knieerkrankungen, Hüfterkrankungen, Schultererkrankungen, Nackenerkrankungen, Erkrankungen der Ellenbogen, Hände und Füße, jeweils mit deren verschiedener Ursachen wie Gelenkerkrankungen, Sehnenerkrankungen, Muskelerkrankungen, Gelenkbinnenschäden, Instabilitäten etc.
          • Systemerkrankungen wie rheumatische Erkrankungen, Knochendichtestörungen, degenerative Erkrankungen und Umgang mit Patienten mit Endoprothesen

          Gynäkologie

          • Brustkrebs, andere Erkrankungen der Brust, andere gynäkologische Krebserkrankungen, Menstruationsstörungen, PMS, PCO, Senkung der Beckenorgane,
            Geburtshilfe mit Schwangerschaftsbegleitung, Unfruchtbarkeit / Kinderwunsch etc.
          • Erkrankungen in der Schwangerschaft, Geburtsbegleitung, Rückbildung

          Innere Medizin

          • Kardiovaskuläres System mit ischämischen Erkrankungen, Blutdruckstörungen, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, thromboembolische Geschehen
          • Respiratorisches System mit Asthma bronchiale, Infektionen der Atemwege, COPD, Emphysem
          • Gastrointestinales System mit Störungen der Verdauung, Maldigestion, Reizdarm, CED, Lebensmittelunverträglichkeit, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Adipositas, Schilddrüsenerkrankungen
          • Urogenitalsystem mit Harnwegsinfektionen, BPH, Inkontinenz, Nierenerkrankungen
          • Dermatologie mit klassischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis
          • Immunologie mit Allergien, Immunmangelerkrankungen, Autoimmunerkrankungen
          • Onkologie / Palliativmedizin mit der Lehre von malignen Geschehen
          • Neurologie mit Schlaganfall, Gehirnblutungen, Multiple Sklerose, Parkinson, Krampfanfälle, Querschnittsyndrom, Kopfschmerzsyndrome, Schwindel, …

          Psychische Erkrankungen

          • Schlafstörungen, Depression, Angststörungen, Panikattacken, Burnout, Stressbewältigung, Anpassungsstörungen, somatoforme Störungen, Mobbing, Essstörungen

          Altersmedizin

          • Grundlagenwissen über Alterungsprozesse / -physiologie

      4. Informationsbeschaffung

      • Recherchekompetenz
      • Quellenauswahl
      • Studienbewertung

Kompetenzen

    1. Yoga- und Yogatherapie-Kompetenzen (Kenntnis, sinnvolle Auswahl und Anwendung)
    Yogatechniken und -konzepte: z. B. Leid, Psyche, ganzheitliches Menschenbild, bzw. -verständnis, yamas, niyamas, āsana, prāņāyāma, Meditation, kriyās, … mit Wirkungen, Indikation, Kontraindikation, …

    2. Therapeutische Kompetenz (Therapeutische Beziehung etablieren)
    medizinische Ethik, Gesprächsführung, Entwicklung von Empathie…

    3. Krankheitsbilder (Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie)
    Anamnese, Untersuchung, welche Einschränkungen, welche Ressourcen sind vorhanden …

    4. Anwendungskompetenz (Methodisch-praktische Umsetzung)
    4.1. Yogapraxis im Kleingruppenunterricht oder im Einzelunterricht als Basis für den eigenen Erfahrungshintergrund
    4.2. Fallbeispiele und Fallbesprechungen im Gruppen- oder Einzelsetting

 

Verteilung von Inhalten und Kompetenzen: Basic (Stufe 1) und Expert (Stufe 2)

1. Basic 300 UE (1 UE ≙ 45 Minuten) / Stufe 1

    Inhalte

    • Sicherheit: keinen Schaden anrichten!
    • Berufsethik, rechtliche Aspekte, Grenzen der eigenen Kompetenz kennen
    • Vertiefende Wiederholung des anatomischen und physiologischen Verständnisses
    • Wiederholung und Vertiefung der yogischen Konzepte
    • ggfs. Ayurvedische Konzepte
    • Teil der Fachgebiete / erste medizinische Krankheitsbilder erfassen
    • Yogatherapeutische Konzepte
    • Wissensgenerierung (Quellenrecherche)
    • Wo ist Schulmedizin gut und wo hat sie Schwächen?
      Gegenüberstellung zu Yogatherapie und ggfs. Ayurveda
    • Medizinisches Verständnis von grundlegenden / gängigen Erkrankungsbereichen
      (z. B. aus der inneren Medizin, Orthopädie, psychische Krankheiten)
    • Verständnis der pathophysiologischen Grundlagen erarbeiten
    • Einführung in die Einordnung medizinischer Diagnosen
    • Einführung in die therapeutische Beziehung
    • erste, echte Patientenkontakte erleben
    • Stellenwert des Yoga als komplementäre Therapie im Gesundheitswesen
    • (T and CM – traditional and complementary medicine – WHO)

    Kompetenzen

    • Allgemeine Untersuchungen
    • Basis-Anamnese
    • Gefahren durch fehlerhafte Ausführung erkennen
    • Erste Stunden konzipieren
    • Kommunikation, Gesprächsführung, Fähigkeit zuzuhören und zu beobachten
    • Einfühlungsvermögen, Annahme des Patienten, Respekt gegenüber den Patienten
    • Verpflichtung zum DeGYT-Ethik-Kodex (u. a. Diskretion und Schweigepflicht, evtl. schriftlich?)
    • Kennen der eigenen Grenzen und der Yogatherapie
    • Anleitungs- und Motivationskompetenz
    • Einführung in Dokumentationskompetenz, Erstellen von Verlaufsdokumentationen des therapeutischen Prozesses; (u. a. Piktogramme, Yogasteno, …)
    • Erste Hilfe (Empfehlung)

2. Expert 200 UE (1 UE ≙ 45 Minuten) / Stufe 2

    Inhalte

    • alle Fachgebiete
    • mehr Krankheitsbilder vorstellen; spezifische Vorgehensweise
    • vertieftes und differenziertes Wissen von funktioneller Anatomie und Pathophysiologie der Krankheitsbilder
    • Entwickeln von Selbständigkeit
    • Einübung des konkreten Vorgehens und praktische Umsetzung
    • Patientenbegleitung über einen längeren Prozess
    • konkrete Patientenvorstellungen, Fallvorstellungen
    • Einordnung medizinischer Diagnosen und Differentialdiagnose
    • ähnliche Krankheitsbilder differenzieren
    • Differenzierung therapeutischer Instrumente
    • Differentialdiagnose und differenzierende Therapie
    • Entwicklung individualisierter, therapeutischer Konzepte
    • Fortführung: Yoga als komplementäre Therapie im Gesundheitswesen
    • (T and CM – traditional and complementary medicine – WHO) ausführlich

    Kompetenzen

    • Spezielle Untersuchungen vornehmen
    • Differenzierende Anamnesen erheben
    • Krankheitsbilder beschreiben und erklären
    • Krankheits- bzw. patientenbezogene Recherchekompetenz
    • Therapieziele festlegen und begründen können
    • Yoga-Werkzeugkasten nutzen können: differenziertes, medizinisch-begründetes Auswählen von yogischen Elementen / Methoden
    • Individuellen TPP erstellen und TPP überprüfen (Verläufe und Ziele)
    • Vertiefung und Weiterentwicklung der Kommunikation, Gesprächsführung, Fähigkeit zuzuhören, …
    • Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Kommunikation (Kolleginnen und Wissenschaftler, …)
    • Dokumentationskompetenz (Piktogramme, Yogasteno, …)
    • (Blutdruck messen?)

Ausbildungsformate und zeitlicher Umfang (1 UE ≙ 45 Minuten)

Unterrichtsklassengröße ist limitiert zwischen 8 und 30 Teilnehmenden

  • 300 UE Basis-Ausbildung in Präsenz/ mindestens 2 Jahre
  • 200 UE Aufbau-Ausbildung in Präsenz / mindestens 1 Jahr
  • 500 UE Komplett-Ausbildung in Präsenz / mindestens 3 Jahre

Online-Unterricht: max. 20% der Präsenzeinheiten (nur live, d. h. zeitsynchron, keine Webinare)